NN-Artikel zur aktuellen Situation um die Wodanstr.57

Leerstand in der Wodanstraße: Stadt Nürnberg ist machtlos

Selbst ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht brachte keinen Erfolg – 23.03.2017 10:25 Uhr

von Stefanie Taube

NÜRNBERG – Was tun, wenn der Wohnraum in der Stadt knapp ist und Hauseigentümer ihre Objekte gleichzeitig leerstehen lassen? Im Moment ist die Stadt in einer solchen Situation ziemlich machtlos.

Es ist heutzutage nicht nur schwer, bezahlbaren Wohnraum in Nürnberg zu finden, es ist auch gar nichts so einfach, überhaupt eine Wohnung zu bekommen. Entsprechend ärgerlich ist es dann – nicht nur für Wohnungssuchende, auch für die Stadt –, wenn über Jahre ein bewohnbares Objekt leersteht und gleichzeitig niemand so genau weiß, warum überhaupt.

Ein solches Wohnhaus steht in der Wodanstraße 57. Lange Zeit unbemerkt, vereinsamte es vor sich hin, bis eine Gruppe junger Leute sich zusammentat und dem Haus – nicht ganz legal – wieder etwas Leben einhauchte. Mit ihrer Aktion wollten die beiden Initiativen „Wennnichthierwodann“ und „Mietwahnsinn stoppen“ auf den Leerstand aufmerksam machen.

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NN-Bericht zum Prozessausgang

Hausbesetzung in Südstadt: Freispruch mangels Beweisen

Wer stand wo? Polizisten können sich nicht mehr erinnern – 06.03.2017 05:21 Uhr

von Stefanie Taube

NÜRNBERG – Am 10. Juni 2016 besetzten mehrere Menschen ein leerstehendes Haus in der Wodanstraße 57. Nachbarn riefen die Polizei, die gleich mit mehreren Streifen anrückte. Nun saßen die ersten drei Angeklagten vor Gericht – wegen Hausfriedensbruchs. Der Prozess überraschte mit einigen Wendungen.

Ein Prozess, der eigentlich gar keiner war – so könnte man es ausdrücken, wollte man die erste Verhandlung zur Hausbesetzung in der Wodanstraße 57 zusammenfassen. Am 10. Juni vergangenen Jahres hielten sich die drei Angeklagten zweifelsohne in der Wodanstraße auf – zusammen mit zig anderen Personen. Einige der Anwesenden saßen in dem leerstehenden Haus im Stadtteil Gleißhammer, tranken dort Bier, unterhielten sich, spielten Karten. Andere standen lediglich draußen auf der Straße und sahen aus der Entfernung dem bunten Treiben in allen Stockwerken des Hauses zu.

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Freispruch! – Ist noch keine Freiheit

23.02.17 – Im ersten Verfahren um die Hausbesetzung der Wodanstraße 57 (10.6.16) wurden heute die ersten 3 Angeklagten freigesprochen.

Schon am ersten Verfahrenstag vor 2 Wochen hatte sich abgezeichnet, dass die Beweislage gegen die Angeklagten mehr als dürftig war. Das gleiche Bild bestätigte sich auch heute: Der befragte Polizist S., dessen Streife am Tag der Besetzung als erste vor Ort gewesen war, konnte sich weder an die Personen erinnern, die angeblich im Haus angetroffen worden waren, noch konnte er Zweifel daran ausräumen, dass auch Personen angezeigt wurden, die sich nie in dem Haus aufgehalten hatten. Seine widersprüchlichen Schilderungen warfen vielmehr erneut die Frage auf, nach welchen Maßstäben die Beamt_innen damals Menschen in der Umgebung des Hauses als vermeintliche Besetzer_innen ausgemacht haben. Bezeichnend dafür ist auch, dass S. wiederholt auf Äußerlichkeiten der Menschen aufmerksam machte; sie seien „anhand ihres Äußeren“ dem Haus zuzuordnen gewesen. Das zeigt einmal mehr, dass die staatlichen Repressionsorgane besonders verfolgungswillig sind, wenn sie einer Aktion Menschen zuordnen, die die Besitzverhältnisse im Kapitalismus, Eigentum generell und die Autorität des Staates sowieso in Frage stellen. Festgemacht wird das dann an einem „linken“ Aussehen.

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Bericht vom 1. Prozesstag

Pressemitteilung zum Prozess der Besetzung der Wodanstraße 57 NBG – Prozess vertagt wegen fehlender Beweislag

Nürnberg, den 9.2.2017 – Am heutigen Tag wurden im Amtsgericht Nürnberg die angeblich Beteiligten der Besetzung der Wodanstraße 57 in der Nürnberger Südstadt wegen Hausfriedensbruch zum ersten Mal verhandelt. Dabei stellte sich durch den Prozess und auch schon in der Vorbereitung der Verhandlung heraus, dass eine klare Beweislage nicht vorhanden ist. Die geladenen Zeugen, am Tatabend anwesende Streifenpolizist*innen und ein Staatsschutzbeamter der Staatsanwaltschaft Herr H., konnten keine nennenswerten Beweise gegen die Angeklagten hervorbringen.
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Bericht zur Kundgebung am 21.1.17

Letztes Jahr, am 10.Juni 2016, wurde die Wodanstraße 57 in der Nürnberger Südstadt wiederbelebt, gereinigt, neu gestaltet und mit Ideen gefüllt. Trotz des großen Zuspruchs, den die Besetzung erfuhr und noch immer erfährt, ließ die Polizei es sich wieder mal nicht nehmen, dem bayerischen Ruf gerecht zu werden und das Haus nach nur 11 Stunden zu räumen. Nun wurden 11 Personen wegen Hausfriedensbruch angezeigt; fünf von ihnen soll in den beiden kommenden Monaten der Prozess gemacht werden.

Nachfolgend findet ihr einen Bericht von der Kundgebung vor dem Haus am 21.Januar, bei der sich mit den Angeklagten solidarisiert und die kapitalistischen Zusammenhänge des Leerstandes aufgezeigt und kritisiert wurden.
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