Ausstellung & Vortrag

Den Kampf gegen den Leerstand in der Wodanstraße 57 dokumentiert ab sofort auch eine Ausstellung, die bis August 2017 an verschiedenen Orten zu sehen sein wird. Dazu passend gibt es einen Vortrag, der sich mit der Situation rund um die Wodanstraße befassen wird, und darüber hinausgehend allgemeiner die Problematik von Gentrifizierung einerseits, Leerstand und Ausverkauf der Stadt andererseits behandeln wird.

Ausstellungstermine:
23.06. – 29.06. Kneipe „Arsch & Friedrich“, untere Bausstraße 14 Nbg
30.06. – 02.07. Südstadtfest, Annapark Nbg
17.07. – 22.08. Projekt 31, An den Rampen 31 Nbg

Vorträge:
30.06. 19:00 Uhr „Arsch und Friedrich“, untere Bausstraße 14 Nbg
14.07. 19:00 Uhr „Luise the cultfactory“, Scharrerstraße 19 Nbg

Flyer: Einladung zu Vortrag, Ausstellung und Diskussion

„Wodanstraße 57 never dies…“
Einladung zu Vortrag, Ausstellung und Diskussion

Liebe Unterstützer_innen, liebe Nachbar_innen und alle Interessierten,
wir laden euch alle zu unserer Wanderausstellung und dem dazugehörigen Vortrag über die Geschehnisse rund um die Instandbesetzung der Wodanstraße 57 ein.

Ausstellungstermine:
23.06. – 29.06. Kneipe „Arsch & Friedrich“, untere Bausstraße 14 Nbg
30.06. – 02.07. Südstadtfest, Annapark Nbg
17.07. – 22.08. Projekt 31, An den Rampen 31 Nbg

Vorträge:
30.06. 19:00 Uhr „Arsch und Friedrich“, untere Bausstraße 14 Nbg
14.07. 19:00 Uhr „Luise the cultfactory“, Scharrerstraße 19 Nbg

Was bisher geschah:
Am 10. Juni 2016 wurde das bereits 15 Jahren leerstehende und dem Verfall preisgegebene Haus in der Wodanstraße 57 durch die Initiative einiger Menschen gemeinschaftlich angeeignet. Im Laufe des Tages wurde, nachdem zunächst große Mengen Bauschutt verräumt und die Zimmer geputzt waren, damit begonnen, Wohn- und Gemeinschaftsräume einzurichten. Ein Cafe als Ort für Austausch zwischen vor Ort aktiven, der Nachbarschaft und Besucher_innen wurde geschaffen. Das alles wurde nicht zuletzt durch die vielseitige Unterstützung der Nachbar_innen ermöglicht.

Gegen 22:00 Uhr selbigen Tages erschien ein größeres Aufgebot der Polizei und begann damit, vollkommen willkürlich die Personalien von sich ausschließlich in Umgebung des Hauses aufhaltenden Personen aufzunehmen und räumte im Anschluss das Haus. Dies geschah ohne vorherige Klärung der Eigentumsverhältnisse.

Wenige Monate später erhielten elf Personen einen Strafbefehl in dem ihnen vorgeworfen wurde Hausfriedensbruch begangen zu haben, dies war durch die Betroffenen so jedoch nicht hinzunehmen und Einspruch wurde eingelegt. So wurden schließlich drei Gerichtstermine seitens der Staatsanwaltschaft anberaumt. Doch bereits im ersten Prozess wurde deutlich, das die Polizei nicht in der Lage war einen Nachweis über die Anwesenheit der Angeklagten im Haus zu erbringen, geschweige denn zu erklären ob ein_e ihnen unbekannte Eigentümer_in überhaupt rechtskonform Anzeige erstattet hatte. Dies führte im Februar diesen Jahres schon im ersten Prozess bei drei Betroffenen zu einem vollumfänglichen Freispruch und hatte zur Folge, dass die Verfahren in allen weiteren Fällen zu Anfang Juni eingestellt wurden.

Doch unabhängig davon, ob die selbstorganisierte und solidarische Aneignung von Leerstand durch bürgerliches Gesetz gedeckt ist oder nicht, ist für uns klar, das solche Aktionsformen legitim und notwendig sind. Ein Haus instand zu setzen, das seit eineinhalb Jahrzehnten in Zeiten des Wohnraummangels wie steigender Mieten leer steht, stellt nur in einer Gesellschaft ein „Verbrechen“ dar, in der mehr Wert auf Eigentum und Gewinn als auf die Bedürfnisse der Menschen gelegt wird. Wie viele andere Gebäude in Nürnberg blieb auch die Wodanstraße 57 aus Spekulationsgründen jahrelang ungenutzt, nur um Eigentümer_innen durch die steigende Nachfrage auf dem Immobilienmarkt eine Wertsteigerung zu garantieren.

Veränderung in unserem eigenen Interesse haben wir niemals durch irgendeine Form der Stellvertretungspolitik zu erwarten. Unsere Perspektive eröffnet sich, wenn wir uns als Nachbar_innen, Mieter_innen und Lohnabhängige entlang der uns gemeinsam betreffenden sozialen Probleme selbst organisieren und uns einander als gleiche und solidarische Menschen begegnen. So wäre es uns wohl möglich sämtliche nötige Mittel anzueignen, die wir zur Befriedigung unserer Bedürfnisse in allen Lebensbereichen benötigen. Daher lasst uns unsere Leben selbst in die Hand nehmen und erkennen, dass die Eigentumslogik des Kapitalismus für die Mehrzahl der Menschen in dieser Gesellschaft Ausschluss und Benachteiligung bedeutet.

Die Häuser denen, die drin wohnen!
Für eine bedürfnisorientierte, basisdemokratische
und solidarische Gesellschaft!

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Unterstützt die Angeklagten!

Da die Repression trotz bisheriger Freisprüche zu einigen Kosten (z.B. für Anwält*innen) geführt hat, gibt es die Möglichkeit, die Aktivist*innen durch eure Spende auch finanziell zu unterstützen. Dazu könnt ihr zu einem Solidaritätspreis Shirts oder Pullis mit einem schicken Hausbesetzer*innen-Logo erwerben:

Solishirts

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NN-Artikel zur aktuellen Situation um die Wodanstr.57

Leerstand in der Wodanstraße: Stadt Nürnberg ist machtlos

Selbst ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht brachte keinen Erfolg – 23.03.2017 10:25 Uhr

von Stefanie Taube

NÜRNBERG – Was tun, wenn der Wohnraum in der Stadt knapp ist und Hauseigentümer ihre Objekte gleichzeitig leerstehen lassen? Im Moment ist die Stadt in einer solchen Situation ziemlich machtlos.

Es ist heutzutage nicht nur schwer, bezahlbaren Wohnraum in Nürnberg zu finden, es ist auch gar nichts so einfach, überhaupt eine Wohnung zu bekommen. Entsprechend ärgerlich ist es dann – nicht nur für Wohnungssuchende, auch für die Stadt –, wenn über Jahre ein bewohnbares Objekt leersteht und gleichzeitig niemand so genau weiß, warum überhaupt.

Ein solches Wohnhaus steht in der Wodanstraße 57. Lange Zeit unbemerkt, vereinsamte es vor sich hin, bis eine Gruppe junger Leute sich zusammentat und dem Haus – nicht ganz legal – wieder etwas Leben einhauchte. Mit ihrer Aktion wollten die beiden Initiativen „Wennnichthierwodann“ und „Mietwahnsinn stoppen“ auf den Leerstand aufmerksam machen.

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NN-Bericht zum Prozessausgang

Hausbesetzung in Südstadt: Freispruch mangels Beweisen

Wer stand wo? Polizisten können sich nicht mehr erinnern – 06.03.2017 05:21 Uhr

von Stefanie Taube

NÜRNBERG – Am 10. Juni 2016 besetzten mehrere Menschen ein leerstehendes Haus in der Wodanstraße 57. Nachbarn riefen die Polizei, die gleich mit mehreren Streifen anrückte. Nun saßen die ersten drei Angeklagten vor Gericht – wegen Hausfriedensbruchs. Der Prozess überraschte mit einigen Wendungen.

Ein Prozess, der eigentlich gar keiner war – so könnte man es ausdrücken, wollte man die erste Verhandlung zur Hausbesetzung in der Wodanstraße 57 zusammenfassen. Am 10. Juni vergangenen Jahres hielten sich die drei Angeklagten zweifelsohne in der Wodanstraße auf – zusammen mit zig anderen Personen. Einige der Anwesenden saßen in dem leerstehenden Haus im Stadtteil Gleißhammer, tranken dort Bier, unterhielten sich, spielten Karten. Andere standen lediglich draußen auf der Straße und sahen aus der Entfernung dem bunten Treiben in allen Stockwerken des Hauses zu.

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